Donnerstag, Oktober 29, 2026

Kartik

Es ist schon der 12. Kartik - aber vorher kam ich nicht dazu. Zu erklären, dass dies mein neuer Lieblingsmonat ist. Früher war es der Oktober, dessen zweite Hälfte die erste des Kartik überlappt. Mehr Gemeinsamkeit ist aber nicht. Angekommen sind wir vor zwei Jahren am 1. Ashwin. Der Kartik war der zweite Monat in Nepal, aber der erste, dessen Name ich mir merken konnte. 

Kartik ist der heiligste, der energetisch kraftvollste und spirituell, wie es heißt, "ertragreichste" Monat im hinduistischen Kalender. Kartik wird von modernen Meistern mit "Schlussverkauf" verglichen - schon die kleinste Geste der Hingabe, wie das tägliche Anzünden einer Öllampe, wird tausendfach belohnt und bringt spirituell reiche Ernte. Kartik gilt als Damodara-Monat, und ist eng mit Radha und Krishna verbunden. Gott - in Form von Damodara - ist besonders zugänglich. Dann erwacht im Monat Kartik Vishnu aus seinem viermonatigen kosmischen Schlaf im Milchozean. Am Kartik-Vollmond erscheint er als Matsya Avatar - als Fisch-Inkarnation und rettet die Schöpfung. Lord Shiva, sein Kollege, besiegt an demselben Vollmond, an Kartik Purnima den Dämon Tripurasura und rettet die Götterwelt. Die Hindus feiern deshalb Kartik Purnima als Lichterfest der Götter, als Dev Diwali. Der zunehmenden Dunkelheit auf Erden wirken aber die Gläubigen mit allerhand Lichterfesten auch für sich entgegen. Tihar oder Diwali fällt immer in den Monat Kartik. Wenn draußen kein oder immer weniger Licht ist, wird das Licht innen gestärkt.

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