Mittwoch, Oktober 14, 2026

Darshan

Bereits der vierte Tag von Dashain. Unser PM besucht den Palanchok Bhagawati Tempel in Panchkhal. Begleitet wird er von seinem ersten Berater und dem Minister für Infrastruktur. Vielleicht wollen sie auf der Fahrt in die bewaldeten Hügel östlich der Hauptstadt auch die Straßenverhältnisse mit dem Dienstwagen testen. 

Premierminister Shah ist ein streng gläubiger Hindu, heißt es, und er verneigt sich um 10 Uhr, beim Bhagwati Darshan vor der Göttin Palanchoki Mai, auch Palanchowk Bhagawati genannt. Wir hatten sie schon, als sie nach der Augustflut, wahrscheinlich vor Betrübnis, schwitzte. Sie gilt als eine der einflussreichsten Göttinnen überhaupt, ist eine der Manifestationen der Göttin Durga, eine mächtige Beschützerin und Zerstörerin des Bösen. Wer sie verehrt, wird vor Unheil bewahrt. 

Darshan, Sanskrit दर्शन - darsan, von दृश् - drish wie sehen oder Vision, bedeutet Anblick, Sicht oder Schau. Im Hinduismus und Buddhismus wird der segensreiche Anblick einer Gottheit, zB in Form einer Tempelstatue, als wechselseitiger Moment verstanden. Der oder die Gläubige verehrt und sieht das Göttliche und wird gleichzeitig vom Göttlichen gesehen. Erkannt. 

Die Statue der Bhagawati in Kavrepalanchok zeigt sie mit 18 Armen in dem Moment, in dem sie den Dämon Mahisasur bezwingt. Sie ist so perfekt gefertigt, dass sich um ihre Entstehung natürlich Legenden ranken. Eine besagt, dass König Manadeva, der den Tempel bauen ließ und die Statue in Auftrag gab, dem Bildhauer beide Hände abhacken ließ, damit er nie wieder ein so vollkommenes Kunstwerk schaffen konnte. 

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