Freitag, Oktober 09, 2026

Der zweite Blumenstrauß

Der erste Besuch aus Kathmandu. Der zweite Blumenstrauß in Nepal! Wann ich den ersten bekommen habe, weiß ich nicht mehr (ich suchte gerade vergeblich mein eigenes blog ab - war mir wohl damals nicht der Rede wert). Als ich ihn auswickelte, hatte ich sofort ein haptisches déjà-vu. Das Papier ist in Streifen geschnitten, besser gesagt, in Torten- oder Pizzastückformen. Jedes Viertel oder Achtel ist kunstvoll in die Blumen hineingeklebt, mit sehr viel Tesastreifen (von denen ich nicht ahnte, dass es sie in diesen Mengen diesem Land gibt), so dass das Arrangement von außen hübsch und von innen jämmerlich verunstaltet aussieht. Von den Blumenstielen entferne ich meterlange Klebstreifen und wieder verstehe ich nicht, wie eine Floristin (oder wer war das?) den Pflanzen so etwas antun kann. In einem Land, das ein einziges Blumenmeer ist. Auf dem Dach jeder noch so schiefen Hütte stehen Dutzende Blumentöpfe eng aneinander geschmiegt. So viele, wie eben Platz haben. Ich frage mich immer und immer wieder, warum denn die Nepali ihre Blumen alle in Töpfe pflanzen und nicht in die Erde. Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zu meinem zweiten Blumenstrauß, der icht in einen Topf, sondern in eine Vase gehört. Wir besitzen natürlich keine Blumenvase, weder eine passende noch eine unpassende. Wie ich den ersten Blumenstrauß vor dem Verdursten bewahrte, weiß ich auch nicht mehr. Das war in einer anderen Wohnung, in einer anderen Stadt, möglicherweise in Lalitpur (jenes blog habe ich zensiert, übertragen und dann gelöscht!), in einer anders ausgestatteten Küche. Vielleicht gab es dort so etwas wie bayerische Bierhumpen mit Henkel. Ich behelfe mich mit einer Kaffeetasse und beschließe, das geometrisch zurechtgeschnittene Grünzeug bei nächster Gelegenheit zu entfernen. Zuerst muss ich nun mit dem ersten Gast aus der Hauptstadt Schwarztee trinken.

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