Ich habe in Nepal gelernt, keinem Wort zu trauen. Ich hinterfrage mittlerweile alles und sortiere vieles ein in der Nepali Hang zur Träumerei. Man wünscht sich so vieles, das nie wirklich werden wird, also spielt es auch keine Rolle, ob man es sich begründet oder unbegründet einredet. Der Satz "don't worry", der mich am Anfang immer beruhigt hat, weckt nun mein allergrösstes Misstrauen. Sagt heute jemand "don't worry" zu mir, weiß ich, dass ich allen Grund habe, mir Sorgen zu machen. Das schult und stärkt
Was hat man nicht alles über Hillary Dawa Sherpas Schicksal am Everest gelesen, gehört, gesehen - hier spricht er selbst und räumt mit Mythen und Märchen auf. Der Mann wunderte sich, warum sein halbes Dorf in Kathmandu im Krankenhaus zusammenkam, warum seine Frau Mönche und Lamas einbestellt hatte für die अन्त्येष्टि - Antyesti - die letzten Dienste. Das ist das Wichtigste im Leben eines jeden Menschen: dass für sein unbeschadetes Karma gebetet und nach seinem Tod 13 Tage salzlose Nahrung zubereitet wird. Hillary Dawa Sherpa selbst fühlte sich dem Tod erst nahe, als er mehr als zwei Tage und Nächte in einer Gletscherspalte festsaß, mit gebrochenem Bein und ohne Hoffnung auf Rettung. Davor hatte er einfach seine Pflicht getan.
Abandoned On Everest - Hillary Dawa Sherpa, in his own words: https://www.youtube.com/watch?v=RuIyupuIOZ8
