Der Mond hat deutlich abgenommen, ist ein 22 Tage alter waning gibbous, wie ich mir sagen lasse, steht aber unverhofft so hell über mir, in einer geraden Linie über Mars, Jupiter und Regulus, dass er meinen Blick geradezu magisch nach oben, in den Nachthimmel zieht. Es ist rundum noch stockfinster und ruhig, ich auf den Beinen. Die hintere Küchentür öffne ich aus lauter Gewohnheit, bis mein Wasser kocht, um nach dem Rechten oder den Schnecken zu sehen, oder ganz anderen Tieren. Regulus ist der Alpha Leonis, der hellste Stern im Sternbild Löwen, das "Herz des Tieres", wie ich später, bei Tageslicht lese, aber welchen Tieres? Frage ich mich da. Der Mond liegt wie eine Schaukel über mir.
Als die Sonne über den Horizont gekrochen kommt, bereits deutlich südöstlich, stehe ich auf dem zweiten Dach und der Mond immer noch über mir. Als Nachtlager taugt er nun nicht mehr, die Schaukel ist gekippt. Wie ein Zeiger der Uhr, erklärt W. am späten Vormittag, endlich aus dem Bett gekommen. Der dreht sich auch im Laufe eines Tages oder einer Stunde. Und wäre an seinem Ende eine volle Suppenkelle befestigt, müsste irgendwann der leere Teller darunter stehen und den Inhalt aufnehmen. Denn dann ist Mittagszeit, sage ich.