Purnima im Monat Kartik. Vollmond. Damit die Welt nicht allzu einfach ist, hat der Vollmond heute in Nepal einen eigenen Namen: कौमुदी - Kaumudi. Mit Kaumudi beginnt für die Hindus das nächste Fest. Oder die Vorbereitung darauf. Kartik Snan: sie nehmen rituelle Bäder, einen ganzen Monat lang, jeden Morgen vor Sonnenaufgang, nach Möglichkeit in einem heiligen Fluss oder See, das heimische Badezimmer zählt aber auch. Sie verehren Tulasi, das heilige Basilikum. Und sie zünden heute Abend die आकाशदीप - Akashdeep, die Himmelslampen an und hängen sie auf. Tihar, das Lichterfest liegt bereits in der Luft! Und die Berge, die sonst tagsüber eher geizen oder scheuen und sich hinter Quellwolken zurückziehen, leuchten heute schneeweiß den ganzen Tag vor einem unverdrossen blauen Himmel.
कौमुदी - Kaumudi ist eigentlich das Nachtlicht, das Vollmond- oder Purnimalicht, der Mondenschein. Aber ich nehme das Licht auch tagsüber und frage AI, was ich sehe. Ich muss mehrmals nachfragen. Denn die artificial intelligence kann sich nicht vorstellen, was ich heute bei dieser phänomenalen Sicht vor den Augen habe sehe. Ein Gebirgszug, nicht nur einer, der Annapurna Himal von West nach Ost:
- Dhaulagiri I (8.167 m)
- Annapurna Süd (7.219 m) - sie dominiert den westlichen Teil des Annapurna-Hauptmassivs
- Hiunchuli (6.441 m) - rechts daneben und etwas davor
- Annapurna I (8.091 m) - der höchste Annapurna-Gipfel, hinter Annapurna Süd und Hiunchuli - (die Perspektive von meinem Schreibtisch täuscht etwas)
- Machhapuchhre (fish tail 6.993 m) - die markant geteilte Fischschwanzspitze ist prominent und nicht zu übersehen, aber sie ist nicht die höchste Erhebung
- Annapurna III (7.555 m) - östlich, leicht versetzt neben und hinter Machhapuchhre
- Annapurna IV (7.525 m) - die ausladend breite Schulter in der östlichen Kette
- Annapurna II (7.937 m) - der dominierende, pyramidenförmige Eckpfeiler im Osten des Massivs
- Lamjung Himal (6.983 m) - die östlichen Ausläufer des Annapurna Himal
- Myabasa Dande (6.003 m) und Vorberge - der Annapurna Himal endet, der Gebirgszug flacht ab in niedrigere, nicht mehr schneebedeckte, sondern überwaldete, stark zerklüftete Bergrücken. Nach dem Myasa Dande trennt der Gebirgspass Namun Bhaniyang die Annapurna-Region vom östlich angrenzenden Manaslu-Gebirgszug. Den Pass kann ich nicht sehen, aber ich sehe den
- Manaslu (8.163 m) - in weiter Ferne, abgesetzt von der Annapurna-Hauptgruppe, ist die spitze Silhouette des achthöchsten Berges der Welt von meinem Schreibtisch aus nur an einem Tag wie heute zu erkennen!