Montag, Oktober 05, 2026

Honigmund

Ich war beim Honigmann, im honey mart. Der Mann hatte viele Honiggläser. Leider alle aus Plastik. Und alle gefüllt mit ein- und demselben Honig. Eine Honigmischung, erklärt der honeyman. Die Gläser  haben verschiedene Etiketten, die ich alle nicht lesen kann. Ich erkenne nur das Wort मह - maha = Honig. Er beruhigt mich. Alles ökologisch. प्राकृतिक शुध्द मह  - prakrtika sudhda maha = natural pure honey. Und der kann nur in begrenzten Mengen produziert werden. Je nach Jahreszeit und Fleiß der Bienen. Ich kaufe also das größte Plastikglas, das er hat. Ein Liter goldgelbflüssiger Honig, eine Mischung aus तोरी - tori = Senf, चिउरी - chiuri und जगली रुदिलो - jangali rudilo. Senf kennen wir schon, ich koche nur noch mit Senföl, es ist genauso goldgelb wie der Honig. Aber nicht süß! Senfhonig wird aus den Winterblüten gewonnen und soll antiseptische Wirkung haben. Das fügt sich vor dem Winter. Chiuri hatten wir auch schon auf dem Tisch, das ist Honig vom indischen Butterbaum. Auch Rudilo habe ich im Ökoladen an der Golfutar Residential Road bekommen. Ohne zu wissen, was hinter dem Wort steckt. Eine Wildpflanze, Pogostemon oder Patschuli. Jangali Rudilo ist das bengalische (man hört es doch) Pogostemon, oder das indische Patschuli. Eine vielversprechende Honigmundmischung. Der Honigmann umwickelt das Gefäss, doppelt und dreifach, und stellt es zum Schluss aufrecht in einen Beutel. Ich verstehe, dass ich es so transportieren soll. Wahrscheinlich ist der Deckel nicht ganz dicht. Auch das hatten wir schon. Dünnflüssiger goldgelb auslaufender Honig. Ich trabe glücklich nach Hause.

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