Ab und zu kommt ein einzelner Affe vorbei, wenn ich am Morgen am Tempel in mein Qigong versunken bin. बाँदर - badar ist der Affe, wir hatten den schon, vor fast genau einem Jahr, aber heute erst in Devanagari. Er interessiert sich nicht für mich, auch nicht für die komplizierten Buchstaben in meinem Kopf, sondern schwingt sich in die Bäume hoch auf der Suche nach etwas Essbarem. Die Vorhut, denke ich immer. Wenn hier ein Bananenstand stünde, ein Obstshutter voll beladen mit Mangos und Litchis, versammelte sich bestimmt gleich die ganze Großfamilie. Auch stellte ich kürzlich fest, dass die Angestellten der Municipality, die den Hintereingang benutzen, dem einen Affen, der hier ab und zu auf Streife ist, mit Respekt begegnen. Sie gehen ihm großzügig aus dem Weg.
Der heute scheint noch zu lernen. Er kommt vom schrägen Parking heruntergeschlendert, tapst durch die wilde Wiese und hockt sich dann mitten auf das neu begradigte Stück der unfertigen Straße. Wie um zu meditieren. Die Krähen, die immer ein Höllenspektakel veranstalten, kaum näher sich ein बाँदर (sie kommunizieren sicherlich in nepali), sausen im Tiefflug über ihn hinweg und hätten ihm bestimmt das Hirn oder den Hintern aufgehackt, hätte der junge Affe nicht begriffen, dass er schleunigst Schutz suchen muss. Er klettert behende und mit großem Getöse über das Blechdach, unter dem ich stehe, in den Bodhibaum. Er braucht ein Blätterdach. Ein Shiva-Dach! Die Krähen kreischen hysterisch weiter, wahrscheinlich wütend, weil sie nicht mehr an den Pelzigen herankommen. Sie verteidigen Nester und Jungvögel. बाँदर aber hält sich still. Ich kann ihn von unten sehen. Er hat so etwas wie Angst in den Augen. Duckt sich. Ist überhaupt nicht mehr an Futter interessiert. Tut so, als gäbe es ihn nicht.
Irgendwann ist er des Gekrächzes leid. Er trollt sich. Zieht ab. Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist. Ab und zu bleibt er stehen, dreht sich noch einmal um. Als ob ihm etwas leid täte. Die Krähen haben gesiegt und sind verstummt.
Hier noch die anderen Wörter von vor einem Jahr in Devanagari - weil gerade ein बाँदर, ein भोको बाँदर - bhoko badar, ein hungriger Affe unterwegs ist:
बादल - badal = Wolke(n)
बदाम - badam = Nüsse, Erdnüsse oder Mandeln
हाडे बदाम - hade badam = geschälte Nüsse
काँचो बदाम - kamco badam = rohe Nüsse
कछुवा बदाम - kachuva badam = turtle almond, zu deutsch Karamellmandeln, klebriges süßes Zeug, gibt es auch als Eis oder Kuchen