Es bleib uns verwehrt, die beiden hellsten Planeten am Himmel, Jupiter und Venus beim Turteln zu beobachten. Der Himmel ist seit dem späten Nachmittag zu, closed, geschlossen wie die Route durch den Khumbu-Icefall hoch auf den Everest seit dem berühmten Sagarmatha Day. Es gießt in Kübeln, aber das ist beileibe noch kein monsoon, lese ich. Denn der Wind bläst aus der falschen Richtung und die Feuchtigkeitssättigung der untern und oberen Wolkenschicken hat noch nicht ihr Maximum erreicht. Die Wolken stehen stur und bedecken den Himmel. Sie wollen sich auch nach Sonnenuntergang nicht verziehen und uns den Blick ins Universum freigeben.
Die letzten Abende habe ich die beiden Planeten gesehen, wie wie sich Schritt für Schritt über dem Flachdach der Nachbarn, zwischen den beiden W wie Wäscheleinen und Wassertank, näher kamen.Das Ganze ist aber eine Illusion. Da wird uns eine Liebesgeschichte vorgegaukelt, die mit einem Kuss im Kosmos gekrönt wird, dabei sind die beiden ungleichen Partner Hunderte Millionen Kilometer voneinander entfernt in der Unendlichkeit. Die Venus soll gerade 190 Millionen Kilometer von der Erde entfernt kreisen, der Jupiter um die 900 Millionen Kilometer. Kann ich mir gar nicht vorstellen. Jupiter gilt als Gasriese, erscheint aber am Nachthimmel über Kathmandu kleiner als die viel heller strahlende Venus. Die optische Täuschung ist der Entfernung geschuldet, das Licht der relativen Sonnennähe oder -ferne, sowie einer reflektierenden Wolkendecke. Die Besonderheit der Konjunktion nur unserem Aberglauben.

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