Montag, Juni 29, 2026

Jya: Punhi:

Zur Feier des Tages finde ich eine tote Maus auf der Auffahrt. Sie sieht äußerlich unversehrt aus. Der Kater, der sie gejagt hat, will offenbar wieder einmal seine unendliche Liebe zu mir zum Ausdruck geben und kommuniziert auf diese Weise, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche, wenn er nicht regelmäßig um Futter bettelt an meiner Küchentür. Er ist nicht am Verhungern. Ich verstehe und entsorge den Kadaver in die Mülltonne. Die Ameisen haben sich schon darüber hergemacht. 

Dann fällt Regen und spült alles weg. Vollmond ist morgen früh, aber schon heute feiern die Hindus Masta Purnima oder in Newari Jya: Punhi: Der Vollmond, der den Beginn der Reisaussähzeit markiert. Im Park über dem Jagannath Tempel wird ein riesiges Zelt mit rotem Dach aufgestellt. Das ist wetterfest und nicht zu übersehen. Genaugenommen wird रोपाई महोत्सव - Ropai mahotsav - der (bereits 23.) Nationale Reispflanztag gefeiert, der immer auf den 15. Ashad BS / 29. Juni AD fällt. Wir hatten diesen Feiertag schon, den दही चिउरा खाने दिन - Dahi Chiura Khane Din. Exakt vor einem Jahr. Damals war der Monsun bereits in Höchstform. Aber der Reispflanztag bzw der Tag des Joghurt-und-gestampfte-Reisflocken-essens fiel nicht auf den Vollmond, auch nicht auf den Vorabend desselben.

Purnima - Vollmond, ist der letzte Tag der Shukla Paksha, der hell(er) werdenden Mondphase. Das ist logisch. Gläubige Hindus fasten heute von Sonnenaufgang bis Mondaufgang, praktischerweise geht der Mond auf, wenn die Sonne untergeht. Purnima Vrat - Vollmondfasten. Damit sichern sie sich nicht nur die Gunst und den Schutz von Lord Vishnu und Lord Shiva, sondern auch die unendliche Kraft und Gnade des vollen Mondes! 

Wie die Newari das Vollmondfasten mit dem Reispflanzen vereinbaren, lese ich in der Zeitung. In Khumaltar, Lalitpur wird von Drohnen Dünger auf die Reisfelder abgeworfen und der Reis mit Maschinen gepflanzt. Im Sinne von klimafreundlicher Technologie zur Selbstversorgung mit Reis und Wohlstand. Gegessen wird natürlich nichts, da der Reis noch nicht geerntet werden kann.

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