Die Göttin Bhagawati schwitzte vor ein paar Tagen! Die Gläubigen, die sich in Kavrepalanchowk in der dreistöckigen Pagode zum abendlichen Lichtritual, dem आरती - Aarti versammelt hatten und Bhagawati brennende Ghee- und Kampferlampen darbrachten, beobachteten, wie Schweißtropfen aus der Stirn der Saligramstein-Statue traten. Dies wird als schlechtes omen gedeutet, als Warnung vor Katastrophen oder Krisen. Angeblich gab es ähnliche Zeichen 2058 BS (2001 AD) vor dem Massaker im Königspalast, 2072 BS (2015 AD) vor dem großen Erdbeben sowie vor zwei Jahren vor den massiven post-monsoon-Erdrutschen. Die 2001 in Lalitpur amtierende Kumari (Kindergöttin) hatte vor dem Königsmassaker einen unerklärlichen Tränenfluss. In normalen Zeiten zeigen Göttinnen keine Regungen. Sie behalten ihre Gefühle für sich.
Nun also Schweißperlen der Bhagawati von Palanchowk. Im Nachhinein sind die natürlich ein deutlicher Verweis auf die Bhotekoshi-Sturzflut. Gestern wurde in ihrem Tempel eine kshama puja abgehalten, ein Vergebungs- und Sühneritual. Die Göttin wurde zermoniell gebadet und mit tantrischen Tänzen um Gnade gebeten.
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