Dienstag, August 25, 2026

amaranthus retroflexus

Ich bin immer noch im Garten. Die Schnecke auch. Sie ist nachtaktiv und zeigt sich nur kurz am Morgen. Ich weiß immer noch nicht, was ich wachsen lassen soll und was ich besser entferne. Ausreiße mit Stumpf und Stiel. Weil es zu stürmisch wuchert, giftig ist oder dürr. Bereits abgestorben. Unter den vielen schweren Säcken hat nur Robustes überlebt.

Ich lasse erst einmal alles einregnen. Wilder Amaranth gehört an einen poetischen Wegesrand. Ins Poesiealbum. Oder in einen nepalesischen Hausgarten. Küchengarten. Wilder Amaranth soll ein Superfood sein, voller Nährstoffe, Aminosäuren und Antioxidantien. Sagen westliche Esoterikerinnen.  Der Wilde Amaranth ist, wie sein Name schon sagt - amaranthus retroflexus - ein Wildkraut. Die Blätter sind essbar, die Samenstände auch. Für die Hindus ist es ein an Fastentagen erlaubtes Pseudogetreide. Amaranth gehört botanisch zu den Fuchsschwanzgewächsen und gilt als sattvisch = rein. Im Ayurveda ist der Amaranth ein geschätztes Heilkraut mit kühlender energetischer Wirkung. Hindufrauen nennen es das Korn Gottes. Von Sanskrit ramdana = das Korn von Lord Ram. Die Alten Griechen wussten es aus einem anderen (sprachlichen, etymologischen) Grund zu schätzen. Der Name leitet sich für sie von griechisch amarantos = unvergänglich ab. Ein Konzept der Unsterblichkeit gepaart mit dem Symbol für Reinheit und Lord Ram. Ich lasse das Unkraut stehen und weiterwuchern. Die Schnecke braucht ja was zum abknabbern mit ihrer Raspelzunge.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen