Freitag, August 21, 2026

Der Dorn im Finger

4 Wochen Pokhara. Ich räume den Garten auf. Den letzten hinterließ ich in seiner ganzen Üppigkeit. Das gefiel der landlady nicht. The garden, sagte sie, has to be trimmed! Da wir am nächsten Morgen, heute vor vier Wochen, den Hill verließen, kamen wir der Aufforderung, trotz ihrer Unmissverständlichkeit, nicht mehr nach. Mitgenommen habe ich nur die zwei Mangopflänzchen in den Töpfen und die haben die Reise gut überstanden. Der Garten hier ist voll mit alten Reis- und Zementsäcken. Aus denen Pflanzen sprießen. Oder Unkraut. Zitronengras. Erde, Kies, Schutt, Baureste. Gestrüpp. Ameisen. Überall Ameisen. Zerbrochene Fliesen. Das Gemüse habe ich zum größten Teil geerntet und verkocht. Die trockenen Triebe zerre ich von der Hauswand herunter. Alles rankt. Übrig sind noch drei Auberginenbüsche. Die ranken nicht. Die jungen Früchte sind dunkelrot, auberginenrot eben. Je größer, länger sie werden, desto mehr verlieren sie an Farbe, wechseln in ein zartes Olivgrün. Ich buddle dort, wo Schatten ist. Entleere einige der Plastiksäcke. Pflanze das in Boden, was dorthin gehört und schütte Erde darüber. Manches blüht schon oder immer noch. Ich schwitze und hole mir einen Dorn in den Zeigefinger. Dann fängt es an zu regnen und hört erstmal nicht mehr auf.

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