Die Sonne geht bei uns wenige Minuten nach 18 Uhr unter. Die Dämmerung ist kurz. Die Strassenlaternen müssen immer noch bei Tageslicht angeknipst werden. Derzeit also spätestens um 18:15 Uhr. Die Nachbarin von gegenüber läuft auf die Straße und drückt den Schalter.
Wir hatten den Mo:Mo-Koch schon unzählige Male dabei beobachtet, wie er seinen Herd verlässt, über die Straße schreitet - er tut alles mit der gebührenden Würde! - und drüben die Laterne anknipst. Weil sie nicht nur der Straße sondern auch seinen Imbiss beleuchtet, dachten wir, das sei vielleicht in seinem (Geschäfts-) Sinne, dass das Licht rechtzeitig angeht. Und wir essen Mo:Mo's immer zu Sonnenuntergangszeit. Mittlerweile weiß ich aber, weil ich es rundum sehe, dass das alle tun. Straßenlaternenanzünden ist hier offenbar Pflicht der Hausbesitzer oder Mieter, jener, die das Pech oder Glück haben, an einem Straßenlaternenpfahl zu wohnen.
Am Morgen geschieht alles in umgekehrter Reihenfolge. Derzeit geht die Sonne kurz vor 5 Uhr auf. Das heißt, die Lampen könnten gegen 4:45 ausgeschaltet werden. Nicht jede(r) mag da im Schlafanzug schon auf die Straße treten. Die Nepali treiben ihren Frühsport allerdings bereits im Dunkeln und ich habe schon Jogger von obersten Dach aus gesehen, die die ganze Straße 4 runtertraben auf dem Weg zu den Summer Falls, und jedes Licht ausmachen.
Wer für Reparatur und Auswechseln der Birnen zuständig ist, weiß ich nicht. Gestern versmmelten sich vor dem Pfahl gegenüber drei Männer und eine Leiter. Die Laterne erleuchtet auch mein Schlafzimmer, und wenn sie nicht brennt, stört es wenn sie nicht brennt nicht. Sie fällt immer wieder aus, auch wenn der Strom fließt. Jemand wollte sie nun reparieren. Erstmal blieb der Erfolg - das Licht! - aus.
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