Sonntag, September 06, 2026

NH 18

Mir fehlt das schiefe Bike-Parking als Orientierung - nicht in der Landschaft, sondern in der Zeit. Heute ist Sonntag. Ruhetag. Seit neuestem und weiterhin auch in Nepal Wochenenende  

Die meisten Highways in diesem Land sind nach historisch wichtigen Männern benannt, nach Herrschern und Königen. Manche tragen keinen Namen, aber alle, auch die (noch) namenlosen gehören in die Kategorie NH wie National Highway und sind nummeriert. Wir sind zum Beispiel auf dem NH 17, auf dem Prithvi Highway von Kathmandu nach Pokhara umgezogen. Gut haben wir das Ende Juli gemacht, denn einen Monat später, Ende August wären wir wahrscheinlich nicht weit gekommen. Den Prithvi Highway - benannt nach Prithvi Narayan Shah, den wir schon kennen - hat nämlich der steigende Pegel des Trishuli in Krishnabhir in Dhading unterspült. Die Straße, die während des Monsuns immer auf sensiblen Abschnitten beschädigt wird, ist diesmal auf mehreren Kilometern abgesackt und vorläufig vollständig gesperrt.

"Highway" ist im Land der Himalayagötter ein Euphemismus. Oft sind es Schotterpisten oder nach Regen verschlammte Bergstraßen, auf denen zwei PKWs oder Reisebusse "gerade so" aneinander vorbeikommen. Die einzige Frau, die im Straßennetz Nepals verewigt wurde, ist Pasang Lhamu Sherpa. Auch sie kennen wir bereits, sie war die erste Nepalesin auf dem Gipfel des Everest, überlebte aber den Abstieg nicht und so kam der NH 18 zu seinem - ihrem! - Namen. Der Pasang Lhamu Highway beginnt im Westen Kathmandus im Stadtteil Balaju und führt am Trishuli entlang durch das Nuwakot Distrikt nach Dhunche und endet in Syaphrubesi im Rasuwa Distrikt. Namen, die uns in den letzten Tagen aus nicht gutem Grunde geläufig wurden. Orte, die allesamt verwüstet wurden oder ganz von der Landkarte verschwunden sind. Auch die meisten Brücken stürzten ein und der nördlichste Abschnitt der NH 18 ist nicht mehr befahrbar. Ab Syaphrubesi hat der highway eine andere Nummer und keinen Namen mehr. Er führte als NH 42 durch den Trishuli Korridor weiter nach Norden bis zur Grenzstation Rasuwagadhi. Dieser Korridor ist mehr oder wenig vollständig zugeschüttet und die Bewohner der höher gelegenen, unversehrten Dörfer an seinem Verlauf sind, wenn sie überlebt haben, gefangen. Sie müssen aus der Luft versorgt oder evakuiert werden.

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