Gläubige Hindus können fast täglich fasten und feiern. Heute ist हरिपरिवर्तिनी एकादशी - Hariparivartini Ekadashi. Ekadashi hatten wir schon öfters mal, das ist immer der elfte Tag einer Mondphase. Diesmal der hellen, zunehmenden, shukla paksha. Im derzeit 6. Monat des nepalesischen Jahres, Ashoi. Das andere unverständliche Wort ist so unverständlich nicht: Hari-parivartini. Hari ist so etwas wie Shri für Lord, oder Gott, beide natürlich besonders geeignet für Lord Vishnu: Shri Hari Vishnu. Und parivartini kommt vom Verb परिवर्तन - parivartan für ändern (die Position), sich drehen, wenden. Heute ist der Tag, an dem der im Milchozean 4 Monate lang seelig schlummernde Vishnu sich von der linken Seite auf die rechte dreht! Grund genug, auf Reis, Getreide jeder Art und Bohnen zu verzichten und den ganzen Tag zu beten.
Dieser Wechsel der Liegeposition findet nicht - wie ich denken würde - in der Mitte der viermonatigen kosmischen Ruhephase statt. Vishnu schläft seit हरिशयनी एकादशी - Harishayani Ekadashi. Der Name jenes Feiertags ist sprachlich genauso aufgebaut wie der des heutigen: der Elfte der Shukla Paksha (im 3. Monat des hinduistischen/nepalesischen Kalenders, Asadh) und Hari-shayani. Hari für Vishnu und shayani vom Verb शयन - shayana für schlafen gehen. Lord Vishnu befindet sich schon seit drei Monaten im göttlichen Tiefschlaf dreht sich erst heute auf die andere Seite.
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