Freitag, Juli 03, 2026

the own words

Ich habe in Nepal gelernt, keinem Wort zu trauen. Die meisten verstehe ich nicht und die wenigen anderen hinterfrage ich konsequent. Sortiere gnadenlos. Vieles erkläre ich mit dem Hang der Nepali zur Träumerei. Sie wünschen sich so vieles, das nie wirklich werden wird. Und das können sie sich getrost rund um die Uhr einreden. Ein Satz wie "don't worry", der mich am Anfang immer beruhigt hat, weckt nun mein allergrösstes Misstrauen. Sagt heute jemand "don't worry" zu mir, weiß ich, dass ich allen Grund habe, mir Sorgen zu machen. Das schult und stärkt die inneren Kräfte. 

Was hat man nicht alles über Hillary Dawa Sherpas Schicksal am Everest gelesen, gehört, gesehen - hier spricht er selbst und räumt mit Mythen und Märchen auf: "My life is like a dream. How did I get here? How did I make it down alive?" (0:28) - Der Mann wundert sich schließlich, warum sein halbes Dorf in Kathmandu im Krankenhaus zusammenkommt, warum seine Frau Mönche und Lamas einbestellt hat für die अन्त्येष्टि - Antyesti - die letzten Dienste. Es ist das Wichtigste im Leben eines jeden Menschen: dass für sein unbeschadetes Karma gebetet und nach seinem Tod 13 Tage salzlose Nahrung gegessen wird. 

Hillary Dawa Sherpa selbst fühlte sich dem Tod erst nahe, als er mehr als zwei Tage und Nächte in einer Gletscherspalte festsaß, mit gebrochenem Bein und ohne Hoffnung auf Rettung. Davor hatte er einfach seine Pflicht getan. Aber hört ihn selbst: Abandoned On Everest - Hillary Dawa Sherpa, in his own words (ins Englische übertragen von Ben Ayers): https://www.youtube.com/watch?v=RuIyupuIOZ8 

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