Guru purnima - der Vollmond, an dem die spirituellen und akademischen Lehrer geehrt werden - gehört eigentlich in den Monat Ashad. In diesem Jahr haben wir in Nepal bereits Shrawan. In Nordindien aber, lese ich, beginnt Shrawan erst morgen. Was den heutige Vollmondtag zusätzlich energetisch aufheizen soll. In der vedischen Kosmologie, lese ich, erreicht Jupiters Energie heute den Höhepunkt des Jahres. Jupiter gilt als Planet der Weisheit, des spirituellen Wissens und der Lehrer-Schüler (guru-disciple) Beziehung schlechthin. Der Vollmond - purnima verstärkt diese Energie zusätzlich. Mehr geht gar nicht! Und alles ist wunderbar beweglich, vor allem die Zeit. Und die Umblätterkalender. Wir haben in allen Zimmern Ventilatoren an der Decke, die ständig alles verwirbeln. Bei Stromausfall bleiben sie allerdings stehen. Heute ungefähr den ganzen Arbeitstag lang. Wir sind nicht mehr auf dem Hill, haben keinen fürsorglichen community manager mehr, der allzeit bereit für alle und jedes einspringt. Im Notfall zuverlässig den generator anhaut. Das Internet funktioniert auch mit Strom mehr schlecht als recht, jedenfalls in meinem neuen Arbeitszimmer unter meinem neuen Dach.
Die WLAN-Spezialisten kommen zu dritt mit einer mobilen Batterie und installieren einen zweiten Router sowie für mich einen Verstärker auf dem Dach. Die Batterie nehmen sie natürlich wieder mit, sie ist ihr Arbeitsgerät in Zeiten wie diesen, und wir bleiben den Rest des Tages mehr oder weniger tatenlos offline.
गुरु - Guru - lerne ich heute, setzt sich zusammen aus den Silben गु - gu (Sanskrit für Dunkelheit, Unwissenheit) und रु - ru (für Licht oder Entferner). Ein Guru ist einer, der die Finsternis der Ignoranz vertreibt. Schön gesagt!
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