Weil Sonntag. Neuerdings auch Wochenende. Vollmond, der zweite im Monat Mai des westlichen Kalenders. Ein sogenannter blue moon, heute sogar ein blue micro moon, ein winziger Vollmond, der kleinste des ganzen Jahres 2026 AD. Denn er befindet sich auf seiner Umlaufbahn gerade im Apogäum, an dem Punkt, der am weitesten entfernt von der Erde liegt. Weiter geht nicht. Außer unser Erdtrabant würde plötzlich aus seiner Bahn austreten - oder durch etwas Unvorhergesehenes aus ihr hinauskatapultiert.
Ein blue apogee micro moon kommt selten vor (nicht ganz so selten wie kshaya maas), sagt die Fachwelt. Der letzte zeigte sich am 31. Oktober 2020, und der nächste kommt erst am 30. Juli 2053 wieder an unseren Nachthimmel. Dieselbe Fachwelt sagt, die Bezeichnung blue moon beruhe auf einem Missverständnis. In einem Artikel von 1946 im Fachjournal "Sky and Telescope Magazin" bezog sich der Autor auf eine frühere, komplexere Definition des blue moon und interpretierte sie falsch. Ursprünglich war ein blue moon der dritte Vollmond einer Jahreszeit (Frühling, Sommer, Herbst und Winter), in der vier statt üblicherweise nur drei Vollmonde auftreten. Blue moon meint also eigentlich den dritten Vollmond einer Jahreszeit und nicht den zweiten Vollmond eines Monats. Der heutige Vollmond wäre auf den Frühling (März, April, Mai) bezogen, der dritte oder der vierte. Je nach dem, wie man die Jahreszeit definiert. Ob kalendarisch oder astronomisch. Im Endeffekt eine rein fachweltliche Haarspalterei!
Für die Hindus fällt der heutige Vollmond mitten in den Malamaas - in den Schaltmonat ohne besondere Anlässe. Da gibt es nur einen Vollmond und der heißt अनला पुन्ही - Anala Punhi. Der Vollmond in Anala. Anala ist ein weiterer Name für den zusätzlichen Monat, in dem nichts Wichtiges unternommen werden soll, nicht einmal in Gedanken!
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