Es regnet fast den ganzen Tag. Die Hill-Katzen waren hier schon lange nicht mehr zu Gast. Tom ist verschwunden. Seine Hüte habe ich abgebaut und den Müllmännern übergeben. Sigi hat sich in einen anderen Teil der Siedlung verzogen. Ob sie von einem der Kater, die sie vor etwa drei Monaten tagelang belästigten, gedeckt wurde, weiß ich nicht. Ich sehe weder sie noch ihre Nachkommen. Die Designerkatze hockt ab und zu auf dem Mäuerchen vor dem Küchenfenster. Sie schweigt nach wie vor. Will kein Futter, markiert aber rundum. Whity sieht wieder verboten aus. Die Nachbarin meinte kürzlich, so würde ihn gerne "baden". Sein Fell sei voller Ungeziefer. Aber sie fürchte, dass er sich wehrt und ihre Arme zerkratzt. Ich schlage innerlich die Hände über dem Kopf zusammen. Das muss die Natur regeln. Er hinkt nun, die linke Vorderpfote ist böse angeschlagen. Und seine Stimme, einst die eines alten Mannes, hat sich in die eines kranken Kindes verjüngt. Er bekommt jetzt immer einen Nachschlag. Solange er frisst, ist alles gut. Aus der Ferne sichte ich ab und zu Toms Sohn. Ich bin sicher, dass er von Tom abstammt, obwohl er das Fell der Mutter hat. Aber so wie der hier die Wege abschreitet. Mit einer Determiniertheit, die ihn unbestritten als neuen, jungen, drahtigen Chef im Revier ausweist. Aber in meine Futterzone, an meine Küchentür wagt er sich nicht. Das ist nach wie vor vermintes Gelände.
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