Am Everest stockt gerade vieles. Aufgrund widriger Bedingungen, heftigen Winden und Schneefall. Die Poesie stockt nicht. Nach zwei Wochen Anlauf - im wahrsten Sinne des Wortes - geht heute das erste Hochgebirgs-Literaturfestival "Sagarmatha Darshan Yatra 2083" auf knapp 3000 müM in Pattale Dhap, im Grenzgebiet zwischen Solukhumbu und Okahdhunga zu Ende.
Der Start der literarischen Expedition begann in Kathmandu. Die Teilnehmer - Beamte im Ruhestand, Tourismusspezialisten, Sozialarbeiter und Künstler - stiegen auf dem legendären Himalayapfad über Lukla, Namche Bazaar, Tengboche, Dingboche und Lobuche ins Everest Base Camp hoch. Immerhin! Auf atem(be)raubende 5364 MüM!
Die erste Lyrik-Session fand in Gorakshep unter dem Kala Patthar vor drei Tagen statt, die zweite vorgestern im Base Camp. Der emeritierte General der Nepalesischen Armee, Poet und Texter Krishna Prasad Bhandari trug im eisigen Wind und umgeben von den schneebedeckten Gipfeln seine Gedichte vor, in denen er die Schönheit der Natur Nepals preist, aber auch Themen wie Familie und Arbeit, Identität und Patriotismus nicht ausspart.
Die heutige Abschlussveranstaltung moderiert der Tourismusfachmann Ishwari Poudel, Überraschungsgast ist der Schauspieler Manoj Gajurel. Gelesen werden wieder Gedichte von Bhandari, diesmal über den Everest, als titelgebendes Symbol und Nationalstolztstiftendes Naturdenkmal.
Die Teilnehmer erwartet dann der weitere Abstieg. Sie sind hochzufrieden mit der körperlich anstrengenden Reise, beglückt von einer spirituellen Erfahrung aus der Kombination von Natur und Literatur, von wärmenden Worte und kaltem Wind um die Nase.
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