Zur Feier von Buddhas 2570. Geburtstag wurde gestern क्वापाद्य: - der Torwächter Kwapa Dyah wieder an seinem angestammten Platz installiert. Es ist wichtig, dass jeder Heilige, jede Statue, jeder noch so kleine Stein am richtigen Ort steht, sitzt oder liegt. Und dort, wo er hingehört, seine Pflicht tut und dafür verehrt werden kann. Man denke nur an Kafkas Türhüter. Kwapa Dyah stammt aus dem 13. Jahrhundert, sein Platz ist seit eh und je das buddhistische Kloster Nhuchhe Baha oder Bajradhatu Bihar in Jorganesh Ombahal Tole, in Kathmandu Metropolitan City. 1980 wurde Kwapa Dyah aus seinem Schrein im Innenhof des Klosters gestohlen. Von wem, weiß man nicht. Oder sagt man nicht. Wieder aufgefunden wurde Kwapa Dyah eines Tages in der Tibet House Collection in New York. Im März 2022 brachte man ihn nach Nepal zurück und die Zeit bis gestern verbrachte er in den Werkstätten und unter den kundigen Händen der Archäologen im Hanuman Dhoka Museum. Er musste - oder durfte umfassend gereinigt und restauriert werden. Und gelangte also gestern in einer festlichen Prozession endlich wieder in seine Nische im Hof, gegenüber dem Eingang, wo er den Überblick hat und alle Bewohner oder Besucher des Kloster begrüßen und beschützen kann.
Sein Name क्वापाद्य: Kwapa Dyah bedeutet in Newari "guardian of the community", er ist die zentrale Schutzgottheit eines Klosters und seiner Gemeinschaft. Und natürlich des gesamten Besitztums! क्वापाद्य: Kwapa Dyah geht zurück auf das Newariwort क्वाचपाल - kwacpal. Und das meint nicht nur den Beschützergott unter der Tür, den Gott im Eingangsbereich, im Torraum, sondern auch den Wächter über der Schatztruhe, den Kassenwart. Vielleicht nimmt er ja von jedem, der ihn begrüßt, gnädigst einen obolus entgegen und führt Buch über alle Eingänge.
क्वाचपाल - kwacpal, lese ich, soll eigentlich कोषपाल - koshpal heißen und ich wundere mich überhaupt nicht (mehr) über derartige Konsonantenverschiebungen. कोष - kosh ist heute so etwas wie cash, oder Knete, auch schon wieder aus der Mode gekommen, denn für alles zahlt mittlerweile das Smartphone über einen QR-Code, der auch an allen Tempeltoren zu finden uist. Früher war कोष - kosh vielleicht tatsächlich eine Truhe. Eine Kassette. Ein Tresor. Und पाल - paal ist der Hüter, der guard, der Aufpasser und Verwalter, der den einzigen Schlüssel zum Schatz besitzt.
Wer einen क्वापाद्य: - Kwapa Dyah, einen क्वाचपाल - kwacpal oder einen कोषपाल - koshpal klaut, auch wenn er nicht weiß oder nicht versteht, was er tut und wen er in seinen schmierigen Fingern hält, ist nicht mehr zu retten. Nicht in dieser und in keiner anderen Welt. Sein Karma ist endgültig verdorben.
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