Feiertag. Zuckerfest - Eid al-Fitr. Aber da Samstag ist, kurvt eh kein Bike die Schräge hinunter auf das Parking. Regen seit dem frühen Morgen. Oder die ganze Nacht. Meine Bäume sind glücklich. Die Katzen haben sich verzogen. Sturmwarnung! Ich glaube, das gab es noch nie, seit wir hier sind. Regenwarnungen, Unwetterwarnungen zuhauf. Aber Windwarnung? Die einen Nachbarn warnen vor den Blumentöpfen auf den Dächern, die herunterfallen und uns erschlagen könnten. Die anderen lachen darüber. Es ist nun mal Tradition, dass überall Blumentöpfe stehen. Vor ein paar Tagen hat der boy (der gleichzeitig driver und Mann für alles ist, auch mal Wäsche auf dem Dach aufhängt oder glänzende Messinggefäße verschiedener Größe an der Sonne zum Trocknen aufstellt) der Nachbarn die Blumentöpfe nicht nur alle ausgeleert, gereinigt, sondern auch angepinselt. Womit, weiß ich nicht. Mit einem farblosen Lack, einem Staub- und Schmutzabweisenden Zeug, nehme ich an. Dann mit frischer Erde befüllt und die blühenden Blumen wieder reingesetzt und gewässert. Er war bestens gelaunt und erklärte mir "flowers!". Dann solrtierte er alle Töpfe im Eingangsbereich wieder in Reih und Glied, so dass das (täglich polierte) Auto in seinem Bewegungsradius nicht eingeschränkt ist. Maids und boys rundum sind tagelang mit völlig unsinnigen Aktivitäten beschäftigt. Sie müssen offenbar beschäftigt sein und das auch zeigen. Man könnte die Pflanzen im Garten in die Erde unter den freien Himmel pflanzen und dem Regen aussetzen.
Aber heute ist Zuckerfest. Und die Noch-Interims-Premierministerin Karki nimmt es zum Anlass, dem Land und seinen Bewohnern ein stabiles, respektvolles, harmonisches Miteinander zu wünschen. Auf Facebook gratuliert sie den muslimischen Brüdern und Schwestern zum Fastenbrechen. Das Fasten, schreibt sie, lehre uns Geduld, Toleranz und Opferbereitschaft. Sich selbst beherrschen und zurücknehmen, nur Gutes tun!
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