Mittwoch, März 18, 2026

घोडे जात्रा

Feiertag. Mitten in der Woche. घोडे जात्रा - Ghode Jatra. Oder आश्व यात्रा - Ashwa Yatra. Das Pferdefest. In Tundikhel reitet die Armee mit grandeur auf zur Parade. Immer an Neumond im Monat Chaitra wird der Frühling sowie der Sieg über den Dämon Tundi gefeiert. Neumond ist nach meinem Kalender erst morgen früh, aber heute ist Chaitra Krishna Aunsi - der dunkelste Tag im Monat Chaitra. Morgen fängt bereits der helle Mondzyklus an. 

Der Legende nach wohnte der unersättliche Kinderfresser Tundi (die Newari nennen ihn Gurumapa) auf dem einst sumpfigen Tundikhel-Feld, dort liegt er auch begraben. Nach seinem Tod haben sich die Bewohner zu Freudentänzen auf Pferden rund um sein Grab versammelt. Pferdegetrappel soll bis heute verhindern, dass Tundis Geist wieder an die Erdoberfläche aufsteigt und er weiterhin sein Unwesen treiben kann in der Stadt. Solange er unter der Erde bleibt, gilt er als unschädlich. Je schneller die Pferde rennen, desto besser! Wie bei allen volkstümlichen und religiösen Feierlichkeiten triumphiert auch hier letztlich das Gute über das Böse. Mittlerweile ist die Angst vor dem Kindermörder in der Hauptstadt zu einem lokalen Feiertag mutiert. Und auf eben jenem Feld - das wohl (aus welchem Grunde auch immer) nach dem furchterregenden Dämon benannt ist - zeigen die Armeepferde und ihre Reiter heute ihr akrobatisches Können vor den obersten Staatsdienern. Fotos siehe link oben unter der grandeur. Kein einziges Bike auf meinem schiefen Gelände.

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