Montag, März 16, 2026

तोरीको तेल

तोरीको तेल - toriko tel = mustard oil. Senföl. Das Öl, mit dem hier gekocht wird. Es ist dickflüssig, würzig-bitter und natürlich senfsamengelb. Auf der Flasche in meinem Schrank steht शुद्ध तोरीको तेल - also sud'dha toriko tel. Pure mustard oil. Reines Senföl. Das Wort für pure oder rein besteht aus einem dieser entsetzlichen Konsonantencluster. Deshalb lasse ich es lieber sein. Das Öl kann ja nicht not pure sein. Da die Flasche fast leer ist, laufe ich zu meinem Gewährsmann auf der Golfutar, der die besten Äpfel hat (oder hatte - sie sind aufgegessen), roten Reis, jede Art Bohnen und Linsen, die wunderlichsten Mehl (buckwheat, millet, barley ...) aber leider die ganzen Körner, die ich möchte. Zum Beispiel कोदो - kodo oder millet, deutsch Hirse, dafür aber rosarote und schwarze  Klumpen von Himalayasalz. Einer dieser shutters, mit einem erstaunlichen Sortiment. Alles bio aus seinem Dorf! Je nach Erntezeit liegt ein riesiger Haufen Kartoffeln vor dem Eingang, über den ich und alle anderen Kundinnen steigen, um zum shutterkeeper vorzustoßen und zu bezahlen. Manchmal schläft er auch in seiner Ecke, dann wird er geweckt. Geklaut wird hier nicht. Er hat auch तोरीको तेल - das reinste Seinföl da stehen. In kleinen Plastikflaschen. Und an der Seite hängen lange Malaketten aus den Tränen Shivas. 

Das Senföl benützen die Nepalifrauen in der Küche, wenn es erhitzt wird, verliert es seinen bitteren Geschmack. Sie legen damit ihre pickles ein und bereiten den Sandheko aus Kartoffeln, Bohnen, Erdnüssen, Zwiebeln, Knoblauch, Kräutern, Chili usw zu. Ein scharfer Appetizer. Oder sie reiben ihre Haare damit ein und massieren schmerzende Gelenke.

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