Primär-Äquinoktium, die Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche. Über dem Valley explodiert die Hitze am Nachmittag. Es blitzt und donnert und schüttet vom Himmel. Stundenlang. Ich war noch nie so froh um Regen wie hier. Wir können das Haus nicht verlassen und bekommen auch kein Essen geliefert. Bleibt nur Rührei.
Zum ersten Mal lese ich in einer nepalesischen Zeitung einen Bericht aus Warschau. Der dortige Zoo (in einem früheren Leben beobachtete ich die Bären im Bärengraben, während ich an der lauten Aleje Solidarność-Allee auf die Straßenbahn wartete, die mich über die Weichsel brachte) hat einen bird emergency room eingerichtet. Eine Notfallklappe für Vögel. Dort werden verletzte Vögel, meist Singvögel wie Spatzen, Meisen, Drosseln entgegengenommen. Der Zoo betreibt seit 1998 ein Vogelkrankenhaus und kann die in der Klappe abgegebenen Fluguntauglichen bestens betreuen und aufpäppeln. Und wieder in die Freiheit entlassen. Das Ziel sei: Freiheit. Denn - so der Zoodirektor, ein Ornithologe: die Not der Vögel verursache der Mensch. Also müsse der auch die Verantwortung übernehmen und sich um kranke Tiere kümmern. Ein Vogel sei ein Kind des Waldes, und verstehe zum Beispiel das Prinzip "Fenster" nicht. Wohl wahr! Gerade wurde ein Gimpel mit gebrochenem Flügel eingeliefert.
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