In Hetauda findet heute und morgen eine Massenhochzeit statt, Ihi oder mass Bel Mariage. Eine traditionelle Zeremonie der Newari für ihre vorpubertären Mädchen. 65 junge Damen werden feierlich und symbolisch mit einer Steinfrucht (stone apple) vermählt. Steinfrüchte gelten als Verkörperung Shivas und stehen für Stabilität, denn sie werden nie schlecht, schimmeln nicht, faulen nicht, verderben auch nicht, wenn sie vertrocknen und Insekten verschmähen sie. Sagen die Newaris. Und beschwören ihre Töchter, das Zinnober, das sie heute auf die Stirn gemalt bekommen, nie abzuwaschen. Das zweitägige Ritual folgt einer richtigen Hochzeit mit Kanyadan - die Braut übergeben. Die Väter übergeben ihre Töchter, die noch nie menstruiert haben, den Göttern. Was will uns Aussenstehenden dieses Zeremoniell sagen?
In Kathmandu Shree Panchami. Die Eltern bringen ihre Kinder zum Saraswati Tempel in Swayambhu und beten die Göttin der Weisheit, des Lernens, der schönen Künste, der Musik und der Kultur überhaupt an. Die Kinder sollen Buchstaben an die Tempelwände schreiben. Die, die sie schon gelernt haben. Und ich wundere mich am Abend in Nagarkot über die Bilder in der Zeitung. Die Kinder schreiben offenbar lieber mit lateinischen Buchstaben als in Devanagari.
Wir verlassen die Stadt und ihre Schulkinder. Wir fahren nach Nagarkot. Zum bereits dritten Mal. An den Rand des Valley.
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