Freitag, Januar 09, 2026

Cereulid

Cereulid ist ein Toxin. Also Gift! Damit ist Babynahrung von Nestlé verunreinigt. Bekannt ist es den Verantwortlichen seit Anfang Dezember. Rückrufe erfolgen nach Ländern gestaffelt, zuerst in Dänemark und Spanien. Österreich testet selbst und ruft in Eigenregie zurück. "Aktiv kommuniziert", lese ich, hat der Schweizer Konzern die leidige Sache erst vor ein paar Tagen.

In einem ganz anderen Zusammenhang lese ich eine niederschmetternde Analyse des helvetischen Selbstbewusstseins. Ausgerechnet die südlichen Nachbarn, die Italiener kommen zum Schluss, dass es für das "Land der scheinbaren Perfektion" an der Zeit sei, den Blick zu senken, "nicht aus Scham, sondern um der Realität ins Auge zu sehen" (Forse è arrivato il momento che anche il paese dell'apparente serenità abbassi lo sguardo, non per vergogna ma per guardare dritto alle realtà).

In einem nochmals anderen Zusammenhang habe ich heute herausgefunden, warum Beats Foto "Sevilla '90" seit einem guten Jahr oben an meiner Treppe hängt: Beat hat seine wissenschaftliche Karriere als Kinderarzt mit einer "Längsschnittstudie" zur Entwicklung von Kindern und zur Familienplanung in Nepal begonnen. Lang ist's her und hier sieht man naturgemäß der Realität ins Auge. Untersuchungen an Schwangeren zur Bestimmung des Geschlechts des Ungeborenen stehen unter Strafe. Ebenso Geschlechtsselektive Abtreibungen. Trotzdem werden viel weniger Mädchen als Buben geboren. Trend steigend. Wen wundert es denn? 

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