Sonntag, April 12, 2026

Schlachtfest

Der erste freie Sonntag, seit wir in Nepal leben. Das Müllauto sei da, teilt der Community Manager um 06:48 Uhr auf Viber mit. Man möge bitte umgehend den Abfall rausstellen. Es kommt sonst immer montags. Auf der rechten Golfutar-Seite werden die Gräben im Bürgersteig, die seit Wochen aufgerissen sind, seit die Erdkabel verlegt wurden, zugeschüttet und die alten Platten wieder so schief wie eh und je verlegt. Überall - außerhalb der Municipalitiy - wird emsig gearbeitet. Kein Bike auf dem schiefen Parking. Dafür räumt der Mönch persönlich am benachbarten Tempel auf. Reißt Unkraut aus, entfernt Wildwuchs am Zaun. Seine Frau kehrt die Feuerstelle leer. Siebt die Asche. Was brauchbar ist (als Dünger?), kommt auf den Grasfleck. Alles andere landet dort, wo alles landet, was nicht brauchbar ist. Im Dickicht. Gegenüber. Bei den Nachbarn. Jenseits des Zauns. Das restliche Laub wird in die nun leere Feuerstelle gekippt. Und wahrscheinlich demnächst, vielleicht mit Einbruch der Dunkelheit, verbrannt.  

In Bhaktapur ist derweil nach dem Ruhetag der dritte Tag von Biska Jatra im Gange. Am Bhairavnath Tempel in Ga:Hiti (dort, wo vorgestern die Wagen abgestellt wurden) muss ein Büffel geschlachtet werden, als Opfergabe für Lord Bhairav. Das Ritual überwacht das Guthi Sansthan und verteilt das Fleisch anschließend als prasad oder in ihrer Sprache als Syakwatyakwah an die Bevölkerung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen