Montag, April 06, 2026

Itahari

Natürlich regt sich sofort Widerstand gegen die verwegene Idee einer 5-Tage-Woche, bzw eines 2-Tage-Wochenendes. Abgeordnete der Nationalversammlung fordern die sofortige Rücknahme des Beschlusses. Sie warnen, dass durch den Behördenmüßiggang von fast 3 Tagen ("keeping employees idle for nearly three days") Chaos im ganzen Land ausbrechen werde. Ganz zu schweigen von durcheinanderpurzelnden Lehrplänen. Ich verstehe die Logik dieser "fast" drei Tage nicht. Ich weiß, dass Nepalis erstens Probleme mit dem 1x1 haben, und dass ihnen zweitens der Freitag immer schon heilig war, denn darauf folgt der freie Samstag.

Wir verbrachten den letzten Freitag glücklich in den Hügeln um Dharan und den freien Samstag danach im heißen Tarai, in Itahari. Wir spazierten in der Innenstadt herum, bis die Zeit reif wurde für ein kühles Getränk. Danach reisten wir ab. Flugs! 
Im Gegensatz zu jedem anderen Ort, den wir bisher gesehen haben und abgeschritten sind, stießen wir in Itahari an keiner Ecke auf einen Tempel. Es gab dafür umso mehr shoeshutters und überall Schneiderinnen und Schneider. Sowie eine Solidaritätsbekundung der Jugend von Itahari für Inisha B. (das jüngste Vergewaltigungsopfer des Landes) an der Fußgängerkreuzung. Den Text verstehe ich auch nicht. "Nepal has had ENOUGH." Nepal hatte GENUG. Wovon? Von Toten Töchtern, Toten Schwestern, Toten Müttern? Oder von Ungerechtigkeit? Und warum Vergangenheit? Wenn nicht gar Vor-Vergangenheit? Es ist doch die brutale Gegenwart.     

Natürlich gibt es auch in Itahari Tempel, aber die sind modern und pompös am Stadtrand. Nicht in Laufnähe für uns. 

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