Sonntag, Februar 08, 2026

Epitheton

Noch einmal Narayan. Noch einmal Wasser. Noch einmal Bewegung. Narayan, wir hatten das schon einmal, ist ein Epitheton für Lord Vishnu. Ein Beiwort. Eine Attribut. Eine nähere (wissenschaftliche, biologische, typisierende oder schlicht ästhetisierende) Bestimmung. Vishnu ist im Götteruniversum des Hinduismus der Schöpfer und die Quelle ein und alles - bzw einer drei Höchsten vereint im Trimurti. Auch das hatten wir schon.

Ich lese und lerne - ich soll jeden Tag etwas lernen - dass नारायण Narayan ein vielschichtiger und breitgefächerter Terminus ist, und das Wort mannigfaltig aufgespalten werden kann:

Nara + Yana = man + vehicle. Etwas, das den Menschen faktisch und physisch trägt und vorwärtsbewegt. Durch das Universum. Oder zu Wasser, Luft und Erde. So verstehe ich das.

Nar + Ayana  = man + residence. Also so etwas wie das Gegenteil vom Vorherigen. Etwas was den Menschen an Ort und Stelle sichert und beschützt. Dasselbe kann aber auch bedeuten: water + residence. Der im Wasser wohnt.

Nara + ayana = water + body. Die niemals versiegende Wasserquelle, der Ursprung allen Seins. Oder auch die Summe allen Seins. Höchstes Bewusstsein. 

Zu dieser rhetorisch hübschen Abhandlung, die ich hier in meiner Interpretation literarisch verkürzt wiedergebe, gibt es einen niederschmetternden Kommentar: "Narayan is a creation of mythology, he never existed in the real world." Narayan als Ausgeburt der reinen Phantasie. Nun gut. Aber das sind doch alle anderen (Götter) auch? Wer oder was existiert denn wirklich in der realen Welt? Höchstens die Beilage, das Epitheton im Wörterbuch, oder der Nachtisch.

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