Mittwoch, Februar 04, 2026

Die Parabel

Ich meine, die Parabel verstanden zu haben. Vielleicht ist es auch ein Gleichnis. Und der Titel des Buches ist einer der (schlechten) Witze, die der comedian im Laufe seiner angeblich letzten Vorstellung zum Besten gibt. Im Original lautet er so (steht in meiner englischen Ausgabe - ich liebe mittlerweile unlesbare Alphabete):

  .סוס אחד נכנס לבר 

Sus echad nichnas lebar. 

Englisch: A Horse walks into a Bar. Deutsch: Kommt ein Pferd in die Bar. Wenn ich mich nicht irre, taucht das Pferd im ganzen Text nur an dieser einen Stelle auf. Als es die Bar betritt und sich einen drink nach dem anderen servieren lässt. Ohne umzufallen. Sowie natürlich im Titel. 

Die Parabel hat mit dem Pferd nichts zu tun. Das Pferd im Titel ist eine reine Werbemaßnahme. Die Parabel hat mit dem Ende der Geschichte und der Geschichten zu tun. Obwohl das Publikum längst gegangen ist, schließt der comedian seine show ordentlich ab. The show must go on - even if the ends! 

Nur für den letzten Gast, sein Gegenüber, den einstigen Schulkameraden, den er telefonisch eingeladen hatte, eindringlich, auf Knien sozusagen, gebeten und gebettelt hatte, er möge und gedroht, er müsse unbedingt kommen. Der am anderen Ende der Leitung zeigte akustisch mitten in einer Nacht null bock auf stand-up-comedy

Aber der comedian, der Protagonist, das Stehaufmännchen, der Purzelbaumschlagende traurige Clown braucht das Gegenüber, den Spiegel, um sichtbar zu werden. Und er bekommt ihn. Das ist die literarische Parabel: wie man die zwei Enden der Kurve doch zusammenbringt.

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