Wir sitzen im "Chillionaire", im Kunstcafé mit Waste-to-Art-Studio in Mahatgauda. Bei uns um die Ecke. Ich trinke Anchan, blauen Tee, butterfly pea tea und W Americano, schwarzen Kaffee. Das Blau in meinem Glas stammt von Blüten der Schmetterlingserbse - clitoria ternatea, das Schwarz in Ws Tasse von gerösteten Kaffeebohnen. Der Chillionairebetreiber zeigt uns sein Atelier, den Hinterhof, das Reisfeld, den Haustempel. Er hat den Namen "Chillionaire" natürlich nicht erfunden, sondern übernommen. So wie das Konzept des re- und upcyclings. Und macht sein eigenes Ding daraus mit seinen Freunden, Kumpels, Kindern und der über 90-jährigen Großmutter. Auch so kann man alt werden, mit einbem Enkel, Kunst und happenings. Eigentlich ist dieser Chillionaire in Pokhara ein Herpetofaunaforscher. Einer, der sich mit Fröschen und Kröten, mit Echsen und Krokodilen auskennt. Ein Konfliktmanager zwischen Mensch und Wildtier. Ein Schlangenbeschwörer und Städterflüsterer.
Wir trinken aus und radeln nach Hause. Ich bekomme eine Handvoll getrockneter blauer Schmetterlingsblüten mit auf den Weg. Die Dämmerung ist kurz und die Nacht dunkel. Am Schreibtisch finde ich heraus, dass das Wort "Chillionaire" von Jaja Jackson erfunden und von Chip Conley populär gemacht wurde. Vor ungefähr einem Jahr. So jung ist das Wort und die Sache dahinter uralt. Hier gibt es weitere wunderschöne Chip-isms.Vorläufig bescheide ich mich damit, eine Blaue Klitorie zu finden und in den Garten zu pflanzen. Bis es so weit ist, geselle ich mich zu den Malakologen und beobachte die Achatschnecken. Es sind bereits drei an der Zahl und die hier ist besonders durstig:
