Samstag. Wochenende. Freier Tag. Ruhe rundum. Fast gespenstig.
पहिरेबेसी - Pahirebesi war ein Dorf in der Gemeinde Uttargaya Rural Municipality im Rasuwa Distrikt. Es lag direkt am Ufer des Trishuli. Seit November 2024 Standort der Trishuli 3B Hub Substation, neben Thambuchet die zweite wichtige Umspannstation für die Chilime-Trishuli Übertragungsleitung. Das Dorf, die Masten, die Stationen - komplett zerstört. Ein knappes Viertel der Bewohner konnte sich retten, fast alle ihre Häuser liegen unter Felstrümmern, Schutt und zähelm Schlamm.
Die Bewohner waren Kummer gewohnt, ihr Dorf war immer bedroht. Von oben und von unten. Von herabrutschenden Hängen, vom steigenden Flusspegel. Sie räumten nach jedem Monsun auf. Die Frauen entwickelten sogar ein Selbsthilfeprogramm, versuchten durch den gezielten Anbau von tiefwurzelnden Pflanzen die Erde an den steilen Hängen zu stabilisieren. Warum das Dorf an dieser Stelle überhaupt je entstand, kann ich nicht sagen. Es trug sein Schicksal, wie alle in diesem Land ihr Schicksal tragen: gefasst. Es hatte das Orakel im Namen: पहिरो - pahiro = Erdrutsch. बेसी - besi = Flachland (Bassin), Flussniederung, fruchtbares Land zwischen Bergen. Also etwa das Erdrutschtal. Das Dorf am Fuße einer Naturkatastrophe. In einem der ersten Kommentare eines nepalesischen Geologen nach der Katastrophe hörte ich (sinngemäß) den Satz: unsere Großeltern wohnten nie unten im Tal, dort bewirtschafteten sie auf dem fruchtbaren Boden ihre Felder, die Häuser aber bauten sie oben.
Die Überlebenden von पहिरेबेसी - Pahirebesi, dem Erdrutschtaldorf leben nun in überfüllten Notunterkünften und beginnen, ihre vermissten Angehörigen symbolisch zu bestatten. Nach hinduistischer Tradition soll man spätestens am achten Tag die Trauerrituale beginnen, am 13. Tag müssen sie abgeschlossen sein, damit die Seele freikommt. Die Hinterbliebenen flechten eine Effigie, eine Puppe aus Kush Gras und zelebrieren eine कुश शव दहन - kush sav dahan. Eine Behelfs-Kremation. Ein Stellvertreterritual. Sie verbrennen eine Graspuppe anstelle des Leichnams. कुश - kush ist auch eines der höchst heiligen Hindu-Gräser, aber ich glaube, es wuchs nicht in meinen bescheidenen Beeten, also habe ich ihm kein Unrecht angetan!
Auch in den buddhistischen Tamang-Dörfern Thulo Bharkhu und Sano Bharkhu - etwa Groß-Bharku und Klein-Bharkhu beginnt allmählich die "Akzeptanz", wie es der 83-jährige Lama nennt. Er macht den Anfang mit der eigenen Familie. Ein Sohn und zwei Schwiegertöchter sind vermisst - aber wie lange können wir warten? Fragt er. Auch in der buddhistischen Tradition muss am 7. Tag nach dem Tod das Trauerritual abgehalten werden, also tut er es. Geht voran. Wer es in der ersten Woche nicht schafft, kann es in der zweiten Woche versuchen, sagt der alte Priester. In der 7. Woche nach der Flut wird er eine gemeinschaftliche Trauerfeier abhalten, damit die Seelen ihren "ewigen Frieden" finden können. Dazu brauchen sie unsere Unterstützung, unsere Gebete, unsere Riten. Sagt der alte Priester. Die beiden Dörfer liegen auf fast 2000 Metern Höhe und blieben vor materieller Zerstörung verschont. Aber viele ihrer Bewohner arbeiteten unten, am Fluss, in den Tunneln der Kraftwerke und kehrten nach dem 26. August nicht mehr nach Hause zurück.

