Wir haben ein erstes Dach, das ist die Terrasse, riesengroß und überdacht. Hier sitzen wir in der Nacht auch bei Regen im Trockenen und tagsüber im kühlen Schatten. Auf das zweite Dach führt vom ersten eine Wendeltreppe. Dort oben ist alles offen. Es gibt ein Gemüsebeet und die Solar Water Heater Anlage, Ansonsten viel freier Platz. Das dritte Dach ist klein. Keine Aussichtsplattform, keine Sicherheitsmauern. Es ist nur im Notfall für Menschen gedacht, für ätherische Wesen wie Vögel, Geister oder Götter aber immer. Über eine schmale Leiter gelangt man zu den zwei Tausendliter-Wassertanks. Falls die überlaufen oder sonstwas ist. Normalerweise ist nichts. Mit Wasser sind wir bestens versorgt. Und es muss immer ganz zuoberst stehen. Wegen der Schwerkraft und dem Druck in den Leitungen.
Ich beschließe, zum Sonnenaufgang aufs zweite Dach zu steigen, wenn es nicht gerade in Strömen regnet. An guten Tagen kann ich im Angesicht des schneebedeckten Zweizacks (माछापुच्छ्रे - Machapucchre, fishtail) sowie der anderen gemässigt gewölbt und geneigten Gipfel der Annapurnakette mein Morning QiGong absolvieren. The only way is up ... das war schon das Motto im ULNÖ in Krems an der Donau vor Jahren, Jahrzehnten und ist es wohl bis heute. Nun sehe ich oben zur Linken, wenn ich nach Norden stehe und also nach Westen gucke, die zweitgrößte Shivastatue des Landes vor Augen. Sie schat aus der Ferne auf mich heram, vom Pumdikot Hill. Und direkt daneben, auf dem Ananda Hill, leuchtet die weiße Shanti Stupa, die buddhistische Weltfriedenspagode. Ich bin auch mit good vibes bestens versorgt.
